Klettern in der Bigwall

bigwall klettern und portaledge mit haulbag

Bigwall

Wusstest du, dass der Begriff „big wall“ aus dem englischen kommt und übersetzt „große Wand“ bedeutet? Damit ist auch der Kern des Bigwall-Kletterns beschrieben. Es geht um das Durchsteigen von richtig großen Wänden.

Also Wände die du meistens nicht innerhalb von einem Tag durchklettert kannst. Du musst deshalb „in“ der Wand (auf Felsabsätzen, Vorsprüngen oder in „Portaledges“) übernachten.

Das Bigwall Klettern hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika, genauer gesagt im Yosemite Valley in Californien. Dort gibt es etliche sehr hohe (bis 1000 Meter) und sehr steile Granitwände.

Diese zu durchsteigen war damals noch keine einfache Aufgabe. Sondern es waren richtig große Projekte, bei denen die Jungs sich mit viel Eisen (Haken, Keile etc.) und technischer Kletterei Meter für Meter die Wände hocharbeiteten.

Teilweise über Monate, bei denen die Kletterer immer wieder in der Wand „biwakierten“ um nicht jeden Tag wieder auf das neue von unten beginnen zu müssen.

Bigwall Klettern ist ein bisschen wie beim Höhenbergsteigen, es gibt verschieden „Lager“ (Camp 1, Camp 2, Camp 3 …) in denen du übernachtest und am Schluss hast du (hoffentlich) die Wand gemeistert.

Ausrüstung

Zum Bigwall Klettern brauchst du großes Wissen und Erfahrung rund um das Thema Seiltechnik. Zudem werden von dir Ausdauer und eine gute Selbsteinschätzung gefordert.

Daneben benötigst du aber auch noch eine Menge an Material. Neben der standardmäßigen Kletterausrüstung wie Kletterseil, Kletterschuhe, Klettergurt solltest du noch folgende besondere Bigwall-Ausrüstung kennen:

Portaledge:

Ein Portaledge ist wörtlich übersetzt ein „transportables Felsband“. Gedacht ist das Ganze zum übernachten in der Wand.

In der Praxis ist damit eine mobile zerlegbare Plattform gemeint, die meistens aus zusammen steckbaren Aluminiumstangen besteht. Dazwischen wird ein Stoff gespannt.

Diese Plattform baust du am Ende eines Klettertages in der Bigwall auf und befestigst sie mit den Bändern an einem Haken. Zum Schutz von Wind, Regen und Kälte kannst du das Portaledge auch noch mit einer Zeltplane versehen.

Auf der horizontalen Fläche kannst du dann einigermaßen bequem übernachten, essen oder dich ausruhen. Wenn du selbst schon mal mehrere Stunden in der Vertikalen in einem Klettergurt hängend verbracht hast, dann weißt du wie unbequem und einschneidend die Beinschlaufen sein können.

Und du kannst auch leicht nachvollziehen welchen Wert eine kleine horizontale Fläche in so einer vertikalen Wüste hat.

Haulbag:

Du wirst in einer Bigwall neben der gesamten Kletterausrüstung auch noch Verpflegung und Wasser für den gesamten Zeitraum mitnehmen müssen. Zudem evtl. Schlafsäcke und je nach Bigwall auch noch andere spezielle Ausrüstung. Da ist schnell klar, dass du dafür einen sehr sehr großen Rucksack brauchst.

Aber kein Problem ohne Lösung: der Haulbag! Ein Haulbag ist ein Sack aus sehr robusten Material wie z.B. beschichtete Gewebe (ähnlich zu LKW-Planen) der oben mit Befestigungsschlaufen versehen ist.

Dort hängst du ein Seil ein und ziehst den Haulbag einfach hinter dir her. Soweit die Theorie, in der Praxis ist das „Haulen“ eine wahnsinnige Schufterei, bei der du ständig darauf achten musst, dass der Sack nirgendwo hängen bleibt.

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